„Wir ermöglichen globale Innovation“

KOSATEC zählt zu den erfolgreichen IT-Distributoren in Europa

● 580 Millionen ­Jahresumsatz
● Gründung in einer Garage

Im Jahr 1993 wurde in einer Garage eines Einfa­mi­li­en­hauses in Röttges­büttel im Landkreis Gifhorn die Firma KOSATEC als Computer-Großhandel mit einem Start­ka­pital von 3.000 Euro gegründet. Seither geht es steil bergauf. Heute firmiert die KOSATEC Empowe­ring Global Innova­tion GmbH in Braun­schweig auf einer Fläche von 15.000 Quadrat­me­tern und setzt ausschließ­lich im Business-to-Business-Geschäft mit 210 Mitar­bei­tern 580 Millionen Euro im Jahr 2025 um.

Rund 2.500 Aufträge werden tagtäg­lich abgewi­ckelt. KOSATEC beliefert mehr als 10.000 Kunden mit IT-Kompo­nenten aller Art. Das Unter­nehmen zählt längst zu Europas führenden IT-Vertriebs­ge­sell­schaften. Und ein Ende dieses sagen­haften Aufstiegs ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, denn Firmen­gründer Andreas Sander (62) ist hungrig und motiviert wie am ersten Tag. „Wir ermög­li­chen mit unserem Unter­nehmen globale Innova­tion“, sagt er nicht ohne Stolz.

Künstliche Intelligenz als Chance

Bis heute bildet er sich fort, hat gerade die Havard Business School erfolg­reich absol­viert und ist auch bei künst­li­cher Intel­li­genz (KI) auf der Höhe der Zeit. „Wir sind auf der Lifel­on­gLear­ning­Journey“, bezeichnet er sein lebens­langes Lernen. Durch KI ändere sich gerade exponen­tiell alles. „Wir stecken gerade mitten in der Trans­for­ma­tion. Und um in dieser sich schnell verän­dernden Zeit relevant zu bleiben, müssen wir auf Zack sein. Das heißt, Sie müssen viel Wissen haben, damit Sie gute Entschei­dungen treffen können“, begründet er sein bemer­kens­wertes Engage­ment und damit auch seinen außer­ge­wöhn­li­chen Erfolg.

Es sei eine große Aufgabe, das Unter­nehmen sicher in die Zukunft zu führen. Niemand könne voraus­sehen, was in den nächsten Jahren passiere. „Ich war gerade in Shenzhen eine halbe Stunde als Beifahrer in einem autonomen Auto unterwegs. Die fahren zügig, verläss­lich und vorsich­tiger als wir Menschen. Human Robotics ist auch garan­tiert in den nächsten zwei Jahren marktreif. Und die Lieferung von Waren mit Drohnen auch. Das wird alles einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft haben. Das wird disruptiv. Es werden viele Jobs wegfallen, aber es werden auch viele neue Jobs entstehen“, ist sich Andreas Sander sicher.

Andreas Sander, sein Schreib­tisch und das KOSATEC-Firmen­ge­lände 1993 und 2025. Fotos privat

Um anpas­sungs­fähig zu sein für das, was da kommt, setzt er unbeirrt auf Innova­tion, Skalie­rung und Intel­li­genz. „Ich habe jeden Tag eine gesunde Form von Existenz­angst. Nichts ist so alt wie der Erfolg von gestern. Man muss Chancen nutzen, wenn sie da sind, darf nicht zögern. Nur wer schnell ist, wird nicht überholt“, meint er. Andreas Sander absol­vierte 1980 seine Ausbil­dung als Funkelek­tro­niker bei der Firma Blaupunkt in Hildes­heim und war nach einem einjäh­rigen USA-Aufent­halt für das damalige Braun­schweiger Computer-Großhan­dels­un­ter­nehmen Frank & Walter als Vertriebs­be­auf­tragter tätig. Weil er dort aber keine Gehalts­er­hö­hung erhielt, kündigte er und gründete sein eigenes Unter­nehmen. Seither ist er auf der Überhol­spur.

„Ich habe den ameri­ka­ni­schen Traum gesehen.“

„Das war damals ein günstiges Zeitfenster. Ich hatte keine Verpflich­tungen, ich musste keine Miete zahlen und konnte mich dank meiner damaligen Schwie­ger­el­tern, die Familie von Hans Erwin Steinkopf, auf das Wagnis einlassen“, berichtet er von den Anfängen. An einem Wintertag, erzählt er, hat er bei minus fünf Grad in der Garage zehn Computer zusam­men­ge­schraubt, die am nächsten Tag ausge­lie­fert werden mussten. Der Start war nicht einfach, aber selbst­be­stimmt, wie es Andreas Sander am besten passt. Seit 2013 ist im Rahmen einer Firmen­über­nahme mit Siegbert Wortmann wieder ein strate­gi­scher Partner mit 49 Prozent mit an Bord.

Der US-Aufent­halt seiner­zeit hat Andreas Sander für seinen weiteren Weg nachhaltig inspi­riert. „Ich habe den ameri­ka­ni­schen Traum gesehen. Es gibt ihn wirklich, aber nichts ist selbst­ver­ständ­lich, wir müssen uns immer wieder neu beweisen. Das Mindset muss im inter­na­tio­nalen Kontext positiv sein. Und wir müssen natürlich auch profi­tabel bleiben“, nennt der gebürtige Salzgit­te­raner seinen Antrieb. Das neueste Vorhaben ist eine Nieder­las­sung in Ho-Chi-Minh-Stadt. Dort sollen talen­tierte Vietna­mesen in einem KOSATEC Innova­tion Hub neue Programme entwi­ckeln. Weitere Nieder­las­sungen sollen folgen in China, in den USA und in Dubai, wo die Familie Sander mittler­weile weitge­hend lebt. „Ich schütze mein Unter­nehme, indem ich inter­na­tional denke“, versi­chert er.

Zweitwohnsitz in Dubai

„Dubai ist für uns ein Zweit­wohn­sitz. Braun­schweig ist meine Heimat und für mich die geilste Stadt der Welt“, bekundet Andreas Sander seine Verbun­den­heit, die nicht zuletzt durch das Sponso­ring von Fußball-Zweit­li­gist Eintracht Braun­schweig deutlich wird. An Dubai schätzt er insbe­son­dere den techno­lo­gi­schen Fortschritt und eine sehr geringe Krimi­na­li­täts­rate. „Da kann eine junge Frau in hochha­ckigen Schuhen spät abends sicherer unterwegs sein als in den meisten deutschen Städten“, ist er sich sicher.

Für vier Tage im Monat kommt er regel­mäßig nach Braun­schweig. Ansonsten geht heute alles digital. Und wenn nicht er, wer dann sollte das perfekt beherr­schen? An Ruhestand jeden­falls denkt Andreas Sander mit keiner Sekunde. „Ich halte es da wie die Rolling Stones. Wir bleiben so lange auf der Bühne, wie wir Spaß haben“, sagt Andreas Sander, Geschäfts­führer und Gründer von KOSATEC Empowe­ring Global Innova­tion.

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