Das „Braunschweiger Modell“ war eine bundesweit einzigartige Konstruktion
● Privatwirtschaftliche Initiative
● Bau dauerte nur ein Jahr
Ein Juwel der Stadt feiert in diesen Tagen 25-jähriges Bestehen. Die am 20. September 2000 eröffnete Volkswagen Halle hat Braunschweig als Veranstaltungsort auf ein neues Level gehoben und damit die Lebensqualität der Menschen im Braunschweigischen verbessert, jedenfalls von all jenen die an großen Shows, Konzerten und Sportveranstaltungen interessiert sind. Die Begeisterung für die Volkswagen Halle ist auch nach 25 Jahren ungebrochen.
Dabei ist die Existenz der multifunktionalen Arena alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Sie weist vor allem drei maßgebliche Besonderheiten auf:
Erstens war es eine privatwirtschaftliche Initiative, die die Finanzierung über die „Stiftung Sport und Kultur für Braunschweig“ sicherstellte. Dahinter standen die Norddeutsche Landesbank, die Volkswagen AG, die Richard Borek GmbH & Co. KG und die Öffentliche Versicherung. Das sogenannte „Braunschweiger Modell“ war eine bundesweit einzigartige Konstruktion. Im Jahr 2014 ging die Volkswagen Halle in das Eigentum der Stadt über. Das Kapital wurde der heutigen Braunschweigischen Stiftung zugeschlagen.
Zweitens wurde das Großprojekt im gesteckten Zeitrahmen realisiert. Damit bildet die Volkswagen Halle bis heute eine rühmliche Ausnahme von den üblichen Bauverzögerungen bei Vorhaben im öffentlichen Raum. Von der Grundsteinlegung am 20. September 1999 bis zur Eröffnung unter dem Motto „Auftakt Braunschweig-XXL‑1“ vergingen gerade einmal zwölf Monate. Die Stadt hatte den Baugrund, auf dem ehemals Gleise zum Alten Bahnhof führten, freigehalten für ein Leuchtturm-Projekt, das die Volkswagen Halle schließlich darstellte. Den Bau in Rekordzeit schafften 220 Beschäftigte aus 70 überwiegend regionalen Unternehmen.
Drittens gelang es, die durch die Initiatoren zur Verfügung gestellten Finanzmittel von 15 Millionen Euro nicht zu überschreiten. Bereits 1992 hatte es erste Bestrebungen gegeben, eine große Veranstaltungshalle in Braunschweig zu errichten. Die Kommune war aber wirtschaftlich nicht in der Lage, so ein Projekt zu stemmen. Erst die Idee, eine privatwirtschaftliche Stiftung für den Bau zu gründen, brachte den Durchbruch. Die Stadt zeichnete für den Außenbereich verantwortlich und investierte 4,5 Millionen Euro. Von 2006 bis 2008 modernisierten Stiftung und Stadt gemeinsam die Volkswagen Halle für weitere sieben Millionen Euro. Unter anderem erhielt die Arena mit dem Vorbau ein markantes Gesicht. Vor allem aber wurde die Aufenthaltsqualität für die Besucher verbessert.
Dank der unermüdlichen Initiative für eine große Veranstaltungshalle von vor allem Dietrich Fürst (1935–2014, damals Generalbevollmächtigter der Nord/LB) können in Braunschweig kulturelle und sportliche Großveranstaltungen stattfinden, die die Braunschweigische Identität stärken. Die Erfolgsgeschichte der Volkswagen Halle ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.










