Schon im frühen Stadium auf dem Weg zum „Haus der Musik“ sollte das Projekt angemessene Aufmerksamkeit und Pflege genießen
● Probleme in Stadtteilen
● Es wird zu wenig entfernt
„Unser sauberes Braunschweig“ heißt ein lobenswertes Projekt der Stadtverwaltung, wenn es denn auch von der Verwaltung „gelebt“ wird. Ein schlechtes Beispiel ist die frühere Eingangssituation des Karstadt-Einrichtungshauses. Die ohnehin schon hässliche Holzverkleidung ist immer wieder, so wie auch aktuell, mit Graffiti beschmiert. Dabei heißt es auf der Seite der Stadtverwaltung, dass die Schmierereien von Sprayern umgehend entfernt würden. „Trotz der hohen Kosten setzt die Stadt Braunschweig auf die rasche Beseitigung der Graffitis“, heißt es auf der Internetseite. Leider ist das nicht immer der Fall.
Dabei bedürfen sensible Stellen besonderer Aufmerksamkeit, weil sie im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Dazu zählt das Karstadt-Einrichtungshaus, aber auch der Eingang zur Burgpassage. Beide Gebäude sollen mit dem „Haus der Musik“ und den „Stiftshöfen“ in den nächsten Jahren zu horrend teuren Anziehungspunkten in der Stadt werden. Die „Luxusprojekte“ von Oberbürgermeister Thorsten Kornblum sollten bereits in der frühen Phase angemessene Aufmerksamkeit und Pflege angesichts ihrer Bedeutung genießen.
Die Stadt weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass gegen ertappte Sprayerinnen und Sprayer ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet werde. Sie müssten zudem die Kosten für die Entfernung ihrer Schmierereien tragen. Je nach Größe und Beschaffenheit des Untergrundes könne die Reinigung schnell mit einem vierstelligen Betrag zu Buche schlagen.
Graffiti und Vandalismus – Stadt zeigt kaum Reaktion
Probleme mit Schmierereien gibt es freilich nicht nur in der Innenstadt. Die Stadtverwaltung schrieb selbst in einer öffentlichen Mitteilung, dass sie immer wieder Beschwerden zu Graffiti und Schmierereien auf Stadtmobiliar (z.B. Sitzbänken), Ausstattungselementen (z.B. Schildern, Trafohäuschen, Toilettenanlagen) und Spielgeräten erreiche. Sie erklärte, dass sie nach Inhalten priorisiere und im Rahmen der vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen sukzessive beseitige. Schmierereien mit rassistischem und sexuellem Inhalt würden zuerst entfernt. Diesen Eindruck haben viele Bürger gleichwohl nicht.

Schwerwiegende Verfehlungen gibt es zum Beispiel am Holzunterstand „Jugendplatz Holzmoor“ in Gliesmarode mit erheblichen extremen politischen, polizeifeindlichen, sexistischen, rassistischen und menschenverachtenden Inhalten.










