Parteiräson statt Kompetenz

Die von Schneeverwehungen gezeichnete Schapenstraße Richtung Volkmarode am 9. Januar. Foto: privat
Die von Schneeverwehungen gezeichnete Schapenstraße Richtung Volkmarode am 9. Januar. Foto: privat

Die Unzufriedenheit mit SPD-Bezirksbürgermeister Ulrich Volkmann im Bezirksrat Hondelage-Volkmarode wächst

Ein Bezirks­bür­ger­meister reprä­sen­tiert seinen gesamten Bezirk und nicht nur die eigene Partei oder deren Wähler. Demzu­folge sollte ein Bezirks­bür­ger­meister grund­sätz­lich überpar­tei­lich agieren und zum Wohl aller Bürger handeln – auch wenn er von einer bestimmten Partei nominiert wurde. Das ist politi­scher Konsens, aber im Bezirksrat Hondelage-Volkma­rode wächst der Unmut gegenüber dem selbst­herr­li­chen Bezirks­bür­ger­meister Ulrich Volkmann (SPD), der diesen Grundsatz aus Sicht der CDU-Bezirks­rats­frak­tion häufig verletzt.

Volkmann wurde 2011 erstmals zum Bezirks­bür­ger­meister des damaligen Bezirks Volkma­rode-Schapen-Dibbes­dorf gewählt und 2021 einstimmig als Bezirks­bür­ger­meister des vergrö­ßerten Bezirks Hondelage-Volkma­rode bestätigt. Er hatte also auch im guten Glauben die Stimmen der CDU erhalten. Von 1989 bis 2011 war Horst Schmidt (CDU) in Volkma­rode Bezirks­bür­ger­meister und von 1974 bis 2011 Jörg Gille (SPD) in Hondelage. Beide waren hoch angesehen und galten über alle Partei­grenzen hinweg als unvor­ein­ge­nom­mene, vorbild­liche „Kümmerer“ für alle Einwohner ihrer Bezirke.

Strammer „Parteisoldat“

Volkmann macht dagegen immer mehr auch angesichts diverser inakzep­ta­bler Social-Media-Einlas­sungen den Eindruck eines strammen „SPD-Partei­sol­daten“. Der aktuelle Anlass der Kritik an ihm ist sein Wider­stand gegenüber einem sinnvollen CDU-Vorschlag, der eine Hecke als Windschutz entlang der Schapen­straße zwischen Schapen und Volkma­rode vorsah. Den entspre­chenden Antrag hatte die CDU-Fraktion im November 2024 gestellt. Auf der viel befah­renen Verbin­dungs­straße kommt es immer wieder zu heftigen Schnee­ver­we­hungen, die das Befahren der Straße zur Gefahr machen. Die CDU sah sich durch die Zustände am Freitag, 9. Januar, bestätigt.

„Schon am ersten Tag des wesent­li­chen Schnee­falls in diesem Jahr geschah, was jedes Mal geschieht. Die Schapen­straße wurde von Schnee­ver­we­hungen bedeckt und war schwer passierbar, während andere große Straßen schon wieder besser befahrbar waren“, heißt es in einer Presse­mit­tei­lung der CDU-Bezirks­rats­frak­tion. Um dieses Problem nachhaltig zu verrin­gern, hatte die CDU die Anpflan­zung einer Hecke vorge­schlagen. Sowohl, um die Windlast an der Strecke zu verrin­gern, die auch jenseits von den Schnee­ver­we­hungen ein Problem ist, als auch zur ökolo­gi­schen Berei­che­rung und zum Schutz der Felder.

Der Antrag wurde mit links-grüner Mehrheit abgelehnt. Besonders Bezirks­bür­ger­meister Volkmann sprach sich gegen die Hecke aus, unter anderem mit dem unzutref­fenden Argument, sie würde den Boden der angren­zenden Felder austrocknen. Auch der Einwand des CDU Frakti­ons­vor­sit­zenden Dr. Volker Garbe, promo­vierter Agrar­wis­sen­schaftler, dass das Gegenteil der Fall und es wissen­schaft­lich belegt sei, dass Hecken die Verduns­tung am Boden gerade verrin­gern und sich allgemein positiv auf den Boden und vor allem auf die Biodi­ver­sität auswirkten, konnte den unsin­nigen Wider­stand nicht überwinden.

Von Unkenntnis geprägt

Bezirks­bür­ger­meister Volkmann, der von der CDU auch für seine häufig unaus­ge­wo­gene Sitzungs­lei­tung kriti­siert wird, habe die Fachkom­pe­tenz aus partei­tak­ti­schen Gründen vom Tisch gewischt und zum Nachteil der Bürge­rinnen und Bürger entschieden. Gerade angesichts des kürzli­chen Schnee­chaos‘ mit erheb­li­chen Schnee­ver­we­hungen werde die von Unkenntnis geprägte Fehlein­schät­zung des Bezirks­bür­ger­meis­ters Volkmann und seiner rot-grünen Mehrheit überdeut­lich.

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