Hauptsache der OB steht günstig Licht

Screenshot der vom Referat Kommunikation betriebenen offiziellen Facebook-Seite des Oberbürgermeisters der Stadt Braunschweig. Foto: BiF
Screenshot der vom Referat Kommunikation betriebenen offiziellen Facebook-Seite des Oberbürgermeisters der Stadt Braunschweig. Foto: BiF

Ein Blick auf die Social-Media-Aktivitäten

• Kritisch in Wahlkampfzeiten
• Kein fairer Wettbewerb

Der Wahlkampf für die Kommu­nal­wahl am 13. September hat längst begonnen. Unter diesem Gesichts­punkt sind die Social-Media-Aktivi­täten von Oberbür­ger­meister Thorsten Kornblum besonders kritisch zu begut­achten. Das Referat Kommu­ni­ka­tion verant­wortet die Auftritte der Stadt­ver­wal­tung in den Sozialen Medien unter braunschweig.de, aber auch die Auftritte mit dem Titel „Dr. Thorsten Kornblum – Oberbür­ger­meister“. Dort heißt es unter anderem „Willkommen auf der offizi­ellen Facebook-Seite des Oberbür­ger­meis­ters der Stadt Braun­schweig“.

Prüfungen in Freiburg und Kassel

Dazu gibt es noch den sehr spärlich genutzten privat erstellten Facebook-Account, auf dem der letzte Post vom 11. Januar stammt. Es finden sich dort aber auch Videos, die in der Machart denen der offizi­ellen zu gleichen scheinen. In jüngerer Vergan­gen­heit waren bereits Social-Media-Konstrukte in Freiburg und Kassel unter­sucht worden. Die Prüfungen warfen grund­sätz­liche Fragen zur Grenze zwischen Verwal­tungs­kom­mu­ni­ka­tion und Wahlwer­bung auf. Sie weisen dazu explizit auf das Neutra­li­täts­gebot der Stadt­ver­wal­tungen hin.

In Braun­schweig werden einige Beiträge mit Kornblum gleich auf beiden Kanälen ausge­spielt. Zum Beispiel der „abend­liche Sicher­heits­rund­gang“ oder der Auftritt zu möglichen Stand­ort­schlie­ßungen von Karstadt. Unter oberbürgermeister.de werden zudem teilweise Themen verbreitet, die mit dem Amt nur wenig zu tun haben, etwa die Entwick­lung der Mitglie­der­zahlen von Sport­ver­einen oder Auftritte beim Karneval.

Mehr als nur „Amtsbonus“

Dazu kommen gefühlt unend­liche Einwei­hungen und erste Spaten­stiche, die nur den Eindruck zulassen, dass sich der Oberbür­ger­meister insbe­son­dere vor der anste­henden Kommu­nal­wahl ins rechte Licht gerückt sehen will. Das ist mehr als der „normale“ Amtsbonus. Die städti­sche PR-Maschi­nerie für den amtie­renden Oberbür­ger­meister macht es Mitbe­wer­bern nahezu unmöglich, Wahlkampf auf Augenhöhe zu betreiben. Das ist proble­ma­tisch für einen fairen Wettbe­werb, bei dem es um die besten politi­schen Positionen für das in jüngerer Vergan­gen­heit vor allem finan­ziell ins Strau­cheln geratene Braun­schweig geht.

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