Größere Sicherheit ist möglich

Die Stadtwache unter den Rathaus Kolonnaden ©BiF
Die Stadtwache unter den Rathaus Kolonnaden ©BiF

Kommunaler Dreiklang: mehr Personal, Licht und Videokameras

• Polizei nicht allein verantwortlich
• Vorbilder Hannover und Dortmund

Die Forderung nach einer perso­nellen Aufsto­ckung und einem erwei­terten Einsatz­spek­trum des Zentralen Ordnungs­dienstes (ZOD) ebben nicht ab. Hinter­grund ist dabei das immer stärker gestörte subjek­tive Sicher­heits­emp­finden der Bürger, hervor­ge­rufen vor allem durch anwach­sende Gewalt auf den Straßen. Es besteht Handlungs­be­darf. In Hannover gibt es mit dem Städti­schen Ordnungs­dienst (SOD) und in Dortmund mit dem Kommu­nalen Ordnungs­dienst (KOD) beispiel­ge­bende Lösungs­an­sätze.

Für das subjek­tive Sicher­heits­ge­fühl ist nicht nur die Polizei zuständig, sondern auch die Kommunen. Während in Braun­schweig die Stadt­wache am Bohlweg nur werktags von 12 bis 18 Uhr besetzt ist und auf Verwal­tungs­tä­tig­keiten beschränkt ist, hat Hannover eine zentrale Leitstelle einge­richtet, die alle Einsätze des städti­schen Ordnungs- und Verkehrs­au­ßen­dienstes koordi­niert. Die rund 70 Mitar­beiter stellen Identi­täten fest, sprechen Platz­ver­weise aus und arbeiten bei Bedarf in gemein­samen Streifen mit der Polizei. Die Leitstelle ist montags bis donners­tags von 7 bis 21 Uhr sowie freitags und sonnabends von 7 bis 22 Uhr erreichbar.

Der Kommunale Ordnungs­dienst in Dortmund verfügt allein für den Strei­fen­dienst über 78 Planstellen. Die Einsatz­kräfte arbeiten im Zwei-Schicht­be­trieb von montags bis samstags mindes­tens bis 21.30 Uhr, während des Sommer­halb­jahres freitags und samstags bis 23.30 Uhr. Das weite Einsatz­spek­trum macht in Dortmund gezielte Ausbil­dungen erfor­der­lich. So gibt es dort die Ausbil­dung zur Fachkraft für Schutz, Sicher­heit und Kommu­nal­recht.

In Braun­schweig wurde ein CDU-Vorstoß zum Ausbau des ZOD und einer Erwei­te­rung der Zustän­dig­keiten wurde von der Verwal­tung abgelehnt. Zudem stockt die Moder­ni­sie­rung der Video­über­wa­chung und die bessere Ausleuch­tung von Gefah­ren­be­rei­chen, die 2024 vom Rat beschlossen worden waren. Die seit 2007 verwen­deten dreizehn Kameras, die die Polizei derzeit nutzt, sind veraltet und störan­fällig. Neben ihrem Austausch sollen nach einem erfolg­rei­chen Antrag der CDU weitere Standorte für die Video­über­wa­chung in den gefähr­deten Bereichen am Gieseler, am Kalenwall, am Ritter­brunnen und auf dem Anna-Amalia-Platz hinzu­kommen.

Die Verwal­tung wollte ursprüng­lich nur für die Hälfte der Standorte neue Kameras anschaffen. Weil das Land Nieder­sachsen sich aus der Finan­zie­rung der Video­ka­meras verab­schiedet hat, bezahlt die Stadt Anschaf­fung und auch die Betriebs­kosten in Höhe von rund einer Million Euro. Aus der Verant­wor­tung für die Sicher­heit der Bürger sollte das Land nicht entlassen werden. Dier Forderung nach einer entspre­chenden Betei­li­gung an den Kosten muss die Stadt aufrecht­erhalten.

Der erfor­der­liche Aufbau neuer Struk­turen beim ZOD in Braun­schweig für ein gestei­gertes subjek­tives Sicher­heits­ge­fühl wird nicht von heute auf morgen gehen, aber eine bessere Perso­nal­aus­stat­tung, längere Öffnungs­zeiten der Stadt­wache und das endlich das Umsetzen des Ratsbe­schlusses von 2024 sollten einhel­liges politi­sches Ziel und damit kurzfristig für ein besseres subjek­tives Sicher­heits­emp­finden der Bürger reali­sierbar sein.

Total
0
Shares
Prev
Kostenexplosion wie bei Stuttgart 21
Der Umbau des Städtischen Klinikums wird immer teurer. Foto: BiF

Kostenexplosion wie bei Stuttgart 21

Zwei-Standorte-Konzept des Klinikums sprengt die Milliarden-Schallmauer •

Nächste
Theater geht auch ohne Subventionen
Szene aus dem Stück "Mehr Schein als Sein". Foto: Komödie am Altstadtmarkt

Theater geht auch ohne Subventionen

Florian Battermann schreibt mit der „Komödie am Altstadtmarkt“ seit 22 Jahren

Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren
Total
0
Share