Filialsterben bei der Sparkasse geht weiter

Weitere Filialen verschwinden, Geldautomatern bleiben. ©BiF
Weitere Filialen verschwinden, Geldautomatern bleiben. ©BiF

Fünf Standorte im Umland und der Traditionsstandort Dankwardstraße schließen

● 80 Mitarbeiter betroffen
● Vorstand schmilzt weiter

Das endgül­tige Aus einer stolzen Ära ist nicht mehr aufzu­halten: Der einstige Sitz der Braun­schwei­gi­schen Staats­bank an der Dankward­straße muss von der Braun­schwei­gi­schen Landes­spar­kasse (BLSK) wegen erheb­li­chen Kosten­drucks aufge­geben werden. Seit 1894 war der Standort Inbegriff des Banken­we­sens in Braun­schweig. Die Braun­schwei­gi­sche Staats­bank war durch Herzog Karl I. zu Braun­schweig-Lüneburg 1765 als Herzog­li­ches Leyhaus gegründet worden und war damit die erste Staats­bank auf deutschem Boden überhaupt.

SB-Terminals statt Filialen

Neben der Filiale Dankward­straße, in der nicht einmal mehr ein SB-Terminal übrig­bleiben wird, weil im Langer­feldt-Haus und in den Schloss-Arkaden bereits Geldau­to­maten der Braun­schwei­gi­schen Landes­spar­kasse zur Verfügung stehen, werden in Umland­ge­meinden fünf weitere Fililalen schließen. Dort werden wohl wenigs­tens SB-Terminals bleiben.

Für Braun­schweig aber entsteht ein weiterer großer Leerstand in der ohnehin schon ausblu­tenden Innen­stadt. Die Filial­schlie­ßungen bedeuten einen weiteren Rückschlag für Braun­schweigs Oberbür­ger­meister, der sogar von einer eigen­stän­digen Braun­schwei­gi­schen Landes­spar­kasse schwa­dro­niert hatte.

Nur noch 28 statt 70 Filialen

Von den Filial­schlie­ßungen sind etwa 80 Mitar­beiter betroffen. In den vergangen rund 15 Jahren war die Mitar­bei­ter­zahl bereits von etwa 750 auf knapp 550 gesunken. Im gleichen Zeitraum wurde das Filial­netzt kräftig ausge­dünnt. Die Anzahl der Filialen sank von mehr als 70 auf bald nur noch 28. Im vergan­genen Jahr wurden unter anderem die Filialen an der Glies­ma­roder Straße, in Volkma­rode und im Kanzler­feld abgewi­ckelt. Im Heidberg blieb nur noch ein Bankau­tomat.

Schwierig für ältere Kunden

Gerade für ältere Kunden, die nicht am Online-Banking teilnehmen, bedeutet der sich immer stärker verschlech­ternde Service vor Ort ein Problem. Für Überwei­sungen oder persön­liche Beratungen müssen viele Kunden zum Teil weit fahren. Zuneh­mende Digita­li­sie­rung und fehlende Wirtschaft­lich­keit werden von der Bank stets als Begrün­dungen für die Schlie­ßungen angeführt.

Der ehemalige Sitz der Braunschweigischen Staatsbank an der Dankwardstraße. ©Bundesarchiv, B 145 Bild-F010561-0008 / Renate Patzek / CC-BY-SA 3.0
Der ehemalige Sitz der Braun­schwei­gi­schen Staats­bank an der Dankward­straße. ©Bundes­ar­chiv, B 145 Bild-F010561-0008 / Renate Patzek / CC-BY-SA 3.0

Am 29. Juni 2023 hatte die Braun­schweiger Zeitung gemeldet: „Landes­spar­kasse verliert Einfluss in der NORD/LB“. Hinter­grund war das Ausscheiden von Christoph Schulz aus dem Nord-LB-Vorstand und als Vorstands­vor­sit­zender der Braun­schwei­gi­schen Landes­spar­kasse. Seine Position wurde nicht neu besetzt. Damit bestand der BLSK-Vorstand lediglich noch aus drei Personen. Jetzt wurde eine weitere Verklei­ne­rung zum 1. Januar 2026 auf lediglich noch zwei Vorstands­mit­glieder beschlossen. Oberbür­ger­meister Thorsten Kornblum insis­tierte mindes­tens öffent­lich mit keinem Wort.

Damit ist eine Entwick­lung von gut 50 Jahren vollendet, die als Fusion zwischen Hannover und Braun­schweig auf Augenhöhe 1970 begann, aber in der Gewich­tung von Einfluss und Bedeutung immer mehr zum Nachteil Braun­schweigs geprägt war.

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