Für das Entfernen von Graffiti und Aufklebern fehlte bei 20 Millionen Euro Sanierungskosten offenbar das Geld
● Haupteingang ein Schandfleck
● Nur zwölf Ladepunkte
Die gerade sanierte und wiedereröffnete Tiefgarage Packhof sorgt postwendend für Ärger und Enttäuschung bei den Bürgern. In drei Jahren Umbauzeit und trotz einer erheblichen Kostensteigerung auf mehr als 20 Millionen Euro war die Stadt nicht in der Lage, den Haupteingang von Graffiti und Aufklebern zu befreien und ansehnlich zu gestalten. So ist der Eingangsbereich unverändert ein besprühter, verschmierter Schandfleck im Stadtbild geblieben.
Ein Leser schrieb uns: „Für mich als Braunschweiger Bürger und sicherlich auch für Besucher aus dem Umland ist der Haupteingangsbereich nicht akzeptabel. Das gesamte Stadtbild war in der Vergangenheit allerdings unter anderer städtischer Verantwortung wesentlich sauberer. Objekte der Stadt wie zum Beispiel das Kolonialdenkmal am Prinzenpark oder die Überführung am Bahnhof Gliesmarode werden nicht gereinigt von Schmierereien. Es fühlt sich niemand verantwortlich? Ich würde mich als Oberbürgermeister schämen.“




Und weiteren Ärger an der Tiefgarage Packhof verursachen Versäumnisse der Stadt in Sachen Elektromobilität. Nach Auskunft der Stadt stehen nur sechs Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten für Elektroautos zur Verfügung. Bei rund 1.000 vorhandenen Parkplätzen bedeutet das eine Quote von 1,2 Prozent. Da die Anzahl der Elektroautos aber zunehmen wird und 2023 bereits mehr als 18 Prozent der Neuzulassungen Pkw mit Batteriemotor waren, bedeutet die geringe Anzahl der Ladesäulen in einem modernisierten Parkhaus schlicht und ergreifend eine Fehlplanung, auch wenn die Stadt versichert, weitere beizeiten installieren zu können. Die geringe Anzahl der installierten Ladesäulen ist gerade vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele der Stadt unverständlich. Denn im Integrierten Klimaschutzkonzept 2.0 wurde die Zahl der 2030 in Braunschweig zugelassenen Elektroautos auf 80.000 geschätzt.
Die Sanierung sollte laut Braunschweiger Zeitung (11. August 2021) ursprünglich rund zehn Millionen Euro kosten. Die Kosten haben sich durch mehrfach neu festgestellte Schäden, etwa durch den Starkregen im Juni 2023, verdoppelt. Ganz offensichtlich wurde aber nicht nur in Sachen Sauberkeit, sondern auch bezüglich der Zukunftsfähigkeit der Tiefgarage am falschen Ende gespart. Ärgerlich und schade.










