Keines der Kriterien beim IW-Gemeindecheck lässt Rückschlüsse auf die aktuelle Politik im Rathaus zu
Die Jubelarien interessierter Kreise aus Politik und Medien sind inzwischen verhallt, sodass sich nun ein differenzierter Blick auf Platz 102 der Stadt Braunschweig beim sogenannten Gemeindecheck des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) lohnt. Bis Rang 2164 schneiden alle Städte und Kommunen sehr gut ab, bis Platz 4328 noch gut. Es sind also nur Nuancen, die über die Platzierung entscheiden. Damit ist die konkrete Platzierung im Einzelnen wenig aussagekräftig. Das Gesamtergebnis hingegen durchaus: 53 Prozent der Menschen in Deutschland bewerten laut einer repräsentativen Umfrage des IW ihre Daseinsvorsorge positiv, nur jeder Vierte ist unzufrieden.
Hannover und Osnabrück besser
Was Braunschweig betrifft, liegt die Stadt unter den deutschen Großstädten mit Rang 33 im Mittelfeld. Hannover, Osnabrück oder selbst Hildesheim schneiden beispielsweise besser ab. Für ein Oberzentrum wie Braunschweig muss es zudem zu denken geben, wenn Wolfenbüttel und Helmstedt in dem Ranking besser bewertet werden, zumal große Städte grundsätzlich bessere Voraussetzungen haben sollten.
Für den Gemeindecheck hat das IW alle 10.817 Gemeinden in Deutschland anhand von 17 Indikatoren in fünf Bereichen untersucht: Digitales (Mobilfunkabdeckung, Breitbandverfügbarkeit), Gesundheit (Erreichbarkeit von Hausärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Pflegeeinrichtungen), Mobilität (Qualität von Brücken, Verbindungen im Schienenregionalverkehr sowie Anbindung an Autobahn und Flughafen), Freizeit (Erreichbarkeit von Schwimmbädern, Theatern und Museen) sowie Bildung (Erreichbarkeit von Grundschulen, weiterführenden Schulen und Gymnasien sowie Versorgung mit Kitas).
Vorschnelle Urteile unlauter
Keines dieser Kriterien lässt tatsächlich Rückschlüsse auf die aktuelle Politik im Rathaus zu. Das zu behaupten, führt in die Irre oder soll bewusst in die Irre führen. Das Abschneiden Braunschweigs ist vielmehr auf frühere Entscheidungen sowie auf staatliche und private Initiativen zurückzuführen. Dementsprechend lassen sich die allzu positiven und vorschnellen Urteile über die Auswirkungen aktueller Politik auf das Abschneiden Braunschweigs im aktuellen Gemeindecheck leicht als naives und leicht durchschaubares Wahlkampfmanöver entlarven.
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Über die Qualitäten der Stadt und ihre Lebensqualität für die Menschen gibt dagegen der detaillierte Vergleich der 71 deutschen Großstädte der WirtschaftsWoche für as Jahr 2025 Auskunft. Bei den Zukunftsaussichten rangiert Braunschweig dort im Dynamik-Ranking nur noch auf Rang 58. Statt aufzuholen, hat die Stadt einen weiteren Platz verloren und liegt nun sogar hinter Duisburg.
Schulden belasten Zukunftsaussichten
Dabei sind die katastrophale Verschuldung von aktuell rund einer Milliarde Euro und der für das Jahr 2029 prognostizierte Schuldenstand von zwei Milliarden Euro noch gar nicht in die Bewertung eingeflossen. Diese Haushaltspolitik raubt der Stadt weitere Perspektiven und wird die junge Generation dauerhaft belasten, wenn im Rathaus nicht ein neuer Kurs eingeschlagen wird.











