Kommentar von Ralph-Herbert Meyer
In der Zeit zwischen 2001 und 2014 wurde massiv in die Zukunft der Stadt investiert
Im September finden in Braunschweig Kommunalwahlen statt. Die Vorboten des Wahlkampfs sind unüberhörbar. Ein Paradebeispiel dafür lieferte Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD). Und wie so oft liegen in diesen Zeiten Äußerungen, die an die innerparteilichen Claqueure gerichtet sind, nicht so dicht an der Wahrheit. Ein Paradebeispiel dafür lieferte Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD).
„Braunschweig habe unter der CDU ‚viel zu lange auf Verschleiß gelebt‘. Ex-Oberbürgermeister Ulrich Markurth saß auch im Saal. Kornblum sagte: ‚Uli, du hattest ab 2014 schon massiv investiert‘. Das wolle er weiter fortsetzen, sagte Kornblum. Die CDU wolle nur sparen. ‚Wer nur spart, schafft doch keine Stadt der Zukunft“, so schrieb die Braunschweiger Zeitung in ihrem Bericht über die erneute Nominierung Kornblums zum SPD-Oberbürgermeisterkandidaten.
Überspitzte Formulierungen sind im Wahlkampf verzeihlich, unzutreffende nicht. Deswegen kann die Aussage, die CDU und damit auch der damalige Oberbürgermeister Gert Hoffmann hätten in der Zeit von 2001 bis 2014 zu wenig investiert, nicht unwidersprochen bleiben. Ulrich Markurth, der unter Hoffmann Sozialdezernent war und sein Nachfolger als OB wurde, weiß das natürlich. Denn das Gegenteil ist der Fall. Die folgende Aufzählung ließe sich übrigens verlängern:
Allein in Schulen und Kindertagesstätten flossen damals inklusive eines PPP-Modells (Public Private Partnership) mehr als 200 Millionen Euro. Weitere 200 Millionen Euro wurden bereits bis 2014 in den Umbau des Klinikums gesteckt. In den Öffentlichen Personen-Nahverkehr wurde unter anderem mit dem modernen Betriebshof am Hauptgüterbahnhof (rund 60 Millionen Euro/2009) und der neuen Straßenbahnstrecke nach Stöckheim (mehr als 25 Millionen Euro/2006) ebenfalls kräftig investiert.
Millionenbeträge wurden darüber hinaus ausgegeben für den Bau der Wasserwelten mit Sanierung des Stadtbads (40 Millionen Euro), den Ausbau des Eintracht-Stadions (rund 30 Millionen Euro), den Umbau des Städtischen Museums (10 Millionen Euro), die Modernisierung der Stadthalle (10 Millionen Euro), die Erweiterung der Volkswagen Halle (7 Millionen), für große Straßensanierungen etwa im Bahnhofsviertel, im Westlichen Ring oder der Frankfurter Straße sowie für Erneuerungen der Fallerslebertorbrücke und der Petritorbrücke.
Im Rahmen der Schloss-Rekonstruktion (2007), der Verlängerung der Landebahn des Forschungsflughafens (2012) und durch das Ausweisen neuer Bau- und Gewerbegebiete wurden jeweils mehrere hundert Millionen Euro an Folgeinvestition ausgelöst. Möglich wurde all das dank Haushaltskonsolidierung, politischem Augenmaß und intelligenter Initiativen.
Auf Vergleichbares wartet Braunschweig seither vergeblich. Aktuell werden Projekte, anders als seinerzeit, vor allem zum Nachteil der Stadt und kommender Generationen mit Schulden finanziert. Der Blick für das Notwendige und das verantwortungsvoll Machbare ist abhandengekommen.










