Im Vergleich der 71 deutschen Großstädte der WirtschaftsWoche bei den Zukunftsaussichten nur noch auf Platz 58
Um die Zukunftsaussichten der Stadt sieht es aktuell düster aus. Als Braunschweiger möchte man es gar nicht wahrhaben, aber Braunschweig ist im Städteranking der WirtschaftsWoche für das Jahr 2025 trotz einer im vergangenen Jahr bereits schwachen Positionierung weiter abgesackt. Im für die Zukunftsaussichten bedeutenden Dynamikranking reicht es gerade noch zu Platz 58. Statt aufzuholen, hat die Stadt einen weiteren Platz verloren.
Sie ist jetzt auch noch hinter Duisburg zurückgefallen. Vermeintliche Problemstädte wie Bottrop, Herne, Hamm oder Bremerhaven hatten schon zuvor besser abgeschnitten als Braunschweig. Im Dynamikvergleich für die Jahre 2006 bis 2011 hatte Braunschweig unter bürgerlicher Führung und dank großer kommunaler Anstrengungen sowie kluger Entscheidungen Platz 8 in Deutschland belegt und galt als Vorzeigestadt. Jetzt gilt eher das Gegenteil. Für die Region ist besonders bitter, dass Salzgitter (Platz 68) und Wolfsburg (Platz 71) noch viel schlechter dastehen. Vorne liegen dagegen Mainz, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Berlin.
Wettbewerbsfähigkeit sinkt
Das Dynamikranking vergleicht die Entwicklung von 36 Indikatoren des Niveaurankings für die letzten fünf Jahre. Ein solcher Vergleich identifiziert Entwicklungstrends und den Erfolg kommunalen Handelns. So wird deutlich, welche Städte im Standortwettbewerb aufgeholt haben oder Wettbewerbsfähigkeit verloren haben. In den Bereichen Wirtschaftsstruktur (Platz 64), Immobilienmarkt (Platz 64) und Arbeitsmarkt (Platz 56) schneidet Braunschweig unterdurchschnittlich ab, bei Lebensqualität (Platz 26) immerhin überdurchschnittlich.
Im sogenannten Niveauranking profitiert Braunschweig noch von besseren Zeiten. Allerdings verschlechterte sich die Stadt auch in dieser Wertung. Sie fiel um zwei Plätze auf Rang 30 zurück. Auffällig ist dabei die schwache Gründungsquote (Platz 61) und das schwierige Verhältnis von Wohnkosten zur Kaufkraft der privaten Haushalte (Platz 64). Erfreulich ist dagegen die geringe Arbeitslosenquote bei Jugendlichen (Platz 13) und die hohe Produktivität (Platz 5). Das Niveauranking bewertet die aktuelle Wohn‑, Lebens‑, Arbeits‑, und Wirtschaftssituation anhand von 51 Indikatoren. Wolfsburg verlor drei Ränge und rangiert auf Platz 9, Salzgitter verbesserte sich um eine Position auf Platz 65. Angeführt wird der Vergleich in diesem Bereich von München vor Stuttgart, Ingolstadt, Frankfurt am Main und Regensburg.
Infrastruktur gut bewertet
Das schlechte Abschneiden Braunschweigs überrascht angesichts einer grundsätzlich guten Bewertung der Infrastruktur. Die Stadt liegt in diesem Segment ausgezeichnet auf Platz zehn aller deutscher Großstädte. Der Infrastrukturindex wird anhand von 18 Indikatoren ermittelt. Darunter fallen Bereiche wie Bildung, Forschung, Mobilität, Digitalisierung und Klima. Der einzige Aspekt, bei dem Braunschweig in der gesamten Bewertung auf Platz eins liegt, ist übrigens die Erreichbarkeit der nächsten Bundesautobahn. Salzgitter liegt beim Infrastrukturindex auf dem vorletzten Platz, Wolfsburg auf Rang 26. Angeführt wird diese Wertung von Potsdam vor Regensburg, Ingolstadt, Würzburg und Oldenburg.
In das gesamte Städteranking ist die Verschuldung der Städte, Braunschweig drohen bis 2029 enorme zwei Milliarden Euro Verbindlichkeiten, nicht mit eingeflossen, wohl aber die gemeindliche Steuerkraft (Euro je Einwohner), bei der Braunschweig mit Platz 32 überdurchschnittlich gut abschneidet.
Lesen Sie auch: „Auf dem absteigenden Ast“ – unseren Beitrag aus dem Januar 2025











